04.10.2017

Letztens, nach dem Training, blieb ich mit dem Auto einer Freundin liegen. Es sprang einfach nicht an. Blöd gelaufen, im wahrsten Sinne, denn ich musste dringend noch einkaufen und es war kurz vor Geschäftsschluss. Da meine Freundin zwar Mitglied bei den gelben Engeln ist, ich jedoch als „Fremdfahrer“ keine Befugnis habe, Engel zu rufen, musste sie also auch zum liegengebliebenen Auto kommen. Irgendwie. Die Story, wie ich sie letztlich dort hin bekommen habe, erspare ich Ihnen, das wäre jetzt zu chaotisch. FlorianPlag/flickr

20 Minuten nach dem Anruf der Servicenummer, viel früher als angekündigt, kam ein netter Mechaniker angerauscht und schaute uns augenzwinkernd an: „Ist denn genug Sprit drin?“ Auf die Späße kann ich ja besonders gut und lächele mein nettestes Lächeln: „Es reicht grad noch bis zur Ambulanz - wenn ich Sie hinfahren soll…?“. Er lachte laut, wir verstehen dieselbe Sorte Spaß. Mir eine große Taschenlampe reichend machte er sich am Motor zu schaffen, einige Tests und Startversuche später war klar: Es kommt kein Sprit zum Motor. Ich schaue ihn an, ernst, und sage, eine erneute Frage nach unserem Tankverhalten sei wirklich nicht notwendig, der Fehler müsse woanders liegen. Er schaute skeptisch, deutete auf die Rückbank und meinte, die müsste mal leer geräumt werden. Klasse! Drei Tüten Leergut, Trainingsklamotten und zwischengelagerte Einkäufe stehen also kurze Zeit später auf dem Gehweg und ich denke, was will er nur mit der Rückbank. Umklappen will er sie und darunter kommt ein geheimes kleines Fach zum Vorschein, in dem ein Kabel und ein Stecker zu sehen ist. Kurz daran gerüttelt und der Wagen startete wie „‘ne Eins“. „Ja Mensch, den Trick muss man wissen“, lache ich, worauf Herr Engel antwortet, „dass müssen Sie ja nicht wissen, dafür haben Sie ja mich! Sie können dafür halt etwas anderes besonders gut!“ Meine Freundin erwidert: „Stimmt, die kann gut Kickboxen!“, worauf hin er völlig verdattert sagt: „Oha, danach sehen Sie gar nicht aus! Dann war das Angebot mit der Fahrt zur Ambulanz wohl gar kein Scherz?“ „Nee“, lach ich, „aber ich vergreif mich ja nicht an Engeln!“
Fazit: Eine Panne ist zwar doof aber birgt manchmal auch richtig nette Begegnungen.

Eine pannenfreie Mahlzeit!
wünscht Ihnen
Sandra Ott