26.07.2017

Ich steige in Glasgow aus dem Flieger, alles nicht so riesengroß, die Abfertigung geht schnell. Draußen vor dem Terminal stehen Busse, deren Fahrer äußerst hilfsbereit sind und mich sogleich in den richtigen Bus schieben, mit der Info zum passenden Anschluss. Am ersten Ziel angekommen, an dem ich mich mit allem eindecke, was ich nicht in den Flieger mitnehmen konnte (Campinggas und Trinkbares) stehe ich trotzdem kurz auf dem Schlauch: Wie komme ich nun zum Startort, der nicht direkt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. So fragte ich den erstbesten  „Driver“, wie ich denn nun weiterfahren solle. Er sagte „come on“ und fuhr los…lange… laut meiner Karte und den Verkehrsschildern nach ging es in eine ganz andere Richtung. Irgendwann stoppten wir an einer Schule. Der Fahrer winkte mir zu, stieg mit mir aus und schob mich zu einer Kollegin. Murmelte etwas und verabschiedete sich lächelnd von mir. Und ich saß plötzlich mit ca. 50 Kids in Uniform in einem Schulbus und fuhr über die Dörfer zu meinem angepeilten Startpunkt. Wunderbar!

Die gesamte Zeit in Schottland war geprägt von unglaublich netten, herzlichen und lustigen Menschen und Begegnungen. Der Schaffner im Zug z.B., der mir ein Ticket verkaufte, mir noch die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zum angepeilten Ziel verraten hat, mich acht Stunden später an einem zauberhaften kleinen Bahnhof mitten im Nirgendwo wiedererkannte und mir aus dem abfahrenden Zug ein Geburtstagsständchen sang. Dalmally Railstation Scotland
Apropos besagter kleiner Bahnhof und Geburtstag: Als ich auf der Suche nach einem Campingplatz oder kleinem B&B an diesem Bahnhof landete und der nächste Zug noch etwa zwei Stunden auf sich warten ließ, kam ich mit einer Frau, Liz, ins Gespräch. Sie bot mir einen Tee an, eine halbe Stunde später dann ein Zimmer für die Nacht. Dieser kleine Bahnhof war nämlich ein Wohnhaus mit einigen Gästezimmern, die vom Bahnsteig aus erreichbar waren. Obwohl sie ausgebucht waren, räumten sie für mich ein fast fertig renoviertes Zimmer aus und auf und ich hatte einen wunderschönen Schlafraum. Der Hausherr, Graham, lud mich wiederum auf einen Tee ein, die Nachbarin kam mit Cupcakes und Muffins und erzählte mir, dass sie für Liz seien, die heute nämlich Geburtstag habe. Während ich lachend erzählte, dass heute auch mein Geburtstag sei, kam Liz mit einer Schokoladentorte in den Händen aus der Tür, zu meinen Ehren mal eben gezaubert … So saß ich nun in meinem „dem Alleinsein“ gewidmeten Urlaub mit mir (insgesamt fünf) fremden Menschen an einem kleinen Bahnhof im Herzen Schottlands und feierte einen der lustigsten Geburtstage, die ich je hatte. Zauberhaft!

Zur Mahlzeit! einfach mal Schokotorte
wünscht Ihnen
Sandra Ott