20.08.2014

Kennen Sie das auch, dass es Geräusche gibt, die man mag, einfach hinnimmt oder kaum noch wahrnimmt? Und andere Geräusche machen uns nervös, ärgerlich, oder gar ungeduldig? Sind Sie eher jemand, der sogenannte Hintergrundgeräusche gar nicht wahrnimmt oder jemand, der die Flöhe husten hört? Ich bin letzteres, mein Kollege Marcel übrigens auch. Wenn in unserem Büro mal die Heizung rumpelt, die Thermoskanne mit Tee leise zischelt oder die Zulieferer mit ihrem Rückwärts-Warnton in den Hof einfahren, stehen uns sprichwörtlich die Nackenhaare zu Berge.   em dot flickr cc by
Bei mir ist es so, dass keine Armbanduhr im Schlafzimmer liegen kann, da das Ticken mich wachhält, und Handy-Klingel- und SMS-Töne in der Bahn mich wirklich ärgern – es gibt doch den Vibrationsalarm, reicht das nicht? Ganz zu schweigen von lautstark telefonierenden Personen. Nein, ich möchte nicht wissen, mit wem sich Emily gestern gestritten hat oder ob die Bäckereifachverkäuferin die falschen Brötchen eingepackt oder Tante Erna wieder Verstopfung hat.
Ich habe das Gefühl, dass unsere Welt ein gutes – bzw. schlechtes – Stück lauter geworden ist, seit dem das Handy-Zeitalter über uns hineinbrach. Und das sage ich als bekennender Hard Rock-Fan. Aber wenn ich zu Hause die Musik laut stelle, dann entscheide ich mich ja auch ganz bewusst dafür.

Wie sehr genieße ich es daher, auf dem Land zu leben, am Wochenende das Handy lautlos zu stellen und mal nur den Vögeln und Hummeln zu lauschen. Bis einer der Nachbarn den Benzin-Rasenmäher oder die elektrische Heckenschere anschmeißt und ich mich dann, ganz bewusst, dafür entscheide, mal wieder eine alte Metallica-CD aufzulegen. „Fight fire with fire“ ;)

Lautstark Mahlzeit! wünscht

Ihre Sandra Ott