27.08.2014

Rufus Oki
Bildung und Urlaub gehören nicht zwangsläufig zusammen, manchmal aber doch und dann kann daraus ein Bildungsurlaub mit intensiver Langzeitwirkung werden. Meine frühsommerliche Arbeit mit Pferden in der Toskana zum Beispiel lässt mich noch heute ruhiger und gelassener im Umgang mit gestressten Kunden sein als früher. Denn die Welt aus der Sicht der Pferde zu sehen und mit ihnen ohne Worte und Zaumzeug, nur mit Halfter und „carrot stick“ zu arbeiten, bringt den Menschen schnell an seine Grenzen. Ungeduld, Unaufmerksamkeit oder gar Härte im Umgang quittieren „frei“ lebende Pferde mehr als deutlich: Sie sind dann mal weg! Und das ist eigentlich mit Kunden auch nicht anders, diese wünschen sich– wie wir alle – die uneingeschränkte Aufmerksamkeit ihres Gegenübers. Sonst steigen sie aus dem Gespräch aus und sind dann auch „mal weg“ – inhaltlich, gedanklich, wie auch immer. Insofern gilt mein Dank meinem Lehrmeister Oki, mit dem ich viel Spaß hatte. Und der es sehr genossen hat, von mir zweimal am Tag mit einem vollen Eimer Trockenfutter verwöhnt worden zu sein. Mahlzeit!

Wünscht Ihr Rufus Barke


20.08.2014

Kennen Sie das auch, dass es Geräusche gibt, die man mag, einfach hinnimmt oder kaum noch wahrnimmt? Und andere Geräusche machen uns nervös, ärgerlich, oder gar ungeduldig? Sind Sie eher jemand, der sogenannte Hintergrundgeräusche gar nicht wahrnimmt oder jemand, der die Flöhe husten hört? Ich bin letzteres, mein Kollege Marcel übrigens auch. Wenn in unserem Büro mal die Heizung rumpelt, die Thermoskanne mit Tee leise zischelt oder die Zulieferer mit ihrem Rückwärts-Warnton in den Hof einfahren, stehen uns sprichwörtlich die Nackenhaare zu Berge.   em dot flickr cc by
Bei mir ist es so, dass keine Armbanduhr im Schlafzimmer liegen kann, da das Ticken mich wachhält, und Handy-Klingel- und SMS-Töne in der Bahn mich wirklich ärgern – es gibt doch den Vibrationsalarm, reicht das nicht? Ganz zu schweigen von lautstark telefonierenden Personen. Nein, ich möchte nicht wissen, mit wem sich Emily gestern gestritten hat oder ob die Bäckereifachverkäuferin die falschen Brötchen eingepackt oder Tante Erna wieder Verstopfung hat.
Ich habe das Gefühl, dass unsere Welt ein gutes – bzw. schlechtes – Stück lauter geworden ist, seit dem das Handy-Zeitalter über uns hineinbrach. Und das sage ich als bekennender Hard Rock-Fan. Aber wenn ich zu Hause die Musik laut stelle, dann entscheide ich mich ja auch ganz bewusst dafür.

Wie sehr genieße ich es daher, auf dem Land zu leben, am Wochenende das Handy lautlos zu stellen und mal nur den Vögeln und Hummeln zu lauschen. Bis einer der Nachbarn den Benzin-Rasenmäher oder die elektrische Heckenschere anschmeißt und ich mich dann, ganz bewusst, dafür entscheide, mal wieder eine alte Metallica-CD aufzulegen. „Fight fire with fire“ ;)

Lautstark Mahlzeit! wünscht

Ihre Sandra Ott